Aktuelles aus dem Bereich der Numismatik

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Meldung vom 12.07.2017                                                                                                                                          


Großrazzia in Berlin                                                                                                                                                                   Mehrere Festnahmen nach Raub von 100 Kilo schwerer Goldmünze


Im Zusammenhang mit der gestohlenen Goldmünze hat die Berliner Polizei bei einem Großeinsatz mehrere Personen festgenommen. Das teilten die Fahnder am Mittwoch mit.


  

Am Morgen hatte die Polizei eine Razzia gegen die mutmaßlichen Täter durchgeführt. Darüber hatte zuerst "Welt" berichtet. Auch Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) seien an dem Einsatz beteiligt gewesen. Gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei seien sie in mehrere Wohnungen im Berliner Stadtteil Neukölln eingedrungen.

Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz. Nach Informationen der "Welt" handelt es sich bei den Verdächtigen um "Angehörige einer berüchtigten arabischen Großfamilie", so die Zeitung. Der Verbleib der Münze sei noch nicht geklärt.

Münze zerkleinert und eingeschmolzen?

Unbekannte hatten in der Nacht zum 27. März die kanadische 100-Kilo-Goldmünze "Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum entwendet. Sie hat einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro. Den Spuren zufolge gelangten die Diebe über eine Leiter in das Museum und transportierten die Münze mit einer Schubkarre ab, um schließlich mit einem Auto zu fliehen.

Die Ermittler gingen früh davon aus, dass die Täter die Münze zerkleinern und einschmelzen. Am Stück hätte sie sich nach Einschätzung von Experten wegen ihrer Bekanntheit nicht verkaufen lassen.

Diebe stiegen über S-Bahntrasse in Museum ein

Die Polizei hatte in einem Zeugenaufruf deshalb auch gefragt, wem "größere Goldmengen gegebenenfalls in ungewöhnlicher Form“ angeboten worden seien. Insgesamt gab es mehr als 50 Hinweise zu dem Fall, sie führten aber zu keinem greifbaren Ergebnis.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, Details gab es dazu jedoch nicht. Wegen der ungewöhnlichen Umstände schlossen die Ermittler nicht aus, dass die Täter möglicherweise einen Helfershelfer aus dem Museum hatten.

Sie waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Wie sie die Alarmanlage umgehen konnten, ist unklar. Beim Abstieg über einen Hausvorsprung müssen sie die 100 Kilo schwere Münze entweder vorübergehend verloren oder absichtlich hinuntergeworfen haben - am Bahndamm wurden jedenfalls Goldspuren gefunden, die Münze muss also beschädigt sein.

FOCUS Online

Meldung vom 29.05.2017                                                                                                                                                               


Italien schafft Cent-Münzen ab


Italien wird ab 2018 keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr prägen. Die kleinsten Euro-Cent-Stücke werden abgeschafft, entschied am Wochenende die Bilanzkommission der Abgeordnetenkammer in Rom. Die preise für Waren und Dienstleistungen würden in Zukunft auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet werden. Die Demokratische Partei von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi hatte einen entsprechenden Vorschlag eingebracht. Zur Begründung hieß es, die kleinen Münzen seien kostspielig für den Handel. Kritiker bemängeln die hohen Herstellungskosten im Vergleich zum Materialwert sowie die Unhandlichkeit der Geldstücke.

Schwabo


Meldung vom 07.05.2017                                                                                                                                                


Deutsche Gedenkmünze ehrt Helmut Schmidt


 Die Bundesregierung hat am 26. April 2017 beschlossen, eine 2-Euro-Gedenkmünze „100. Geburtstag Helmut Schmidt“ prägen zu lassen und im Januar 2018 auszugeben. Die Münze würdigt das politische Lebenswerk des Staatsmannes und früheren Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Schmidt (1918-2015), dessen Geburtstag sich im Jahr 2018 zum 100. Mal jährt.


Helmut Schmidt


2-Euro-Gedenkmünze "100. Geburtstag Helmut Schmidt". Quelle: BADV.


Die Münze

Die gemeinsame europäische Seite der Münze (Wertseite) und die technischen Parameter entsprechen denen der „normalen“ 2-Euro-Umlaufmünze.
Der Münzrand enthält in vertiefter Prägung unverändert die Inschrift „EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT“ sowie einen stilisierten Bundesadler.
Die vorgesehene Auflagenhöhe für den Umlauf beträgt 30 Mio. Stück. Die Münze ist gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Euro-Raum.


Der Entwurf

Der Entwurf der nationalen Seite (Bildseite) stammt von dem Künstler Bodo Broschat aus Berlin.
In der Begründung der Jury für die Entscheidung heißt es: „Diese Münze würdigt das politische Lebenswerk von Helmut Schmidt anlässlich seines 100. Geburtstages. Der Entwurf besticht durch eine außergewöhnlich lebendige Darstellung. Helmut Schmidt erscheint in einer für ihn typischen Haltung; im Dialog mit seinem Gegenüber. Das Porträt ist sensibel und fein modelliert. Die Komposition im Münzrund unterstreicht die Präsenz dieses herausragenden Staatsmannes.“

Münzenwoche


Meldung vom 28.04.2017                                                                                                                                                                

Kataloge deutscher Münzen und Banknoten überarbeitet

Den Sammlern deutscher Münzen und Banknoten bietet der Gietl Verlag überarbeitete und aktualisierte Auflagen zweier Standardwerke, des AKS und des Preiskatalogs deutscher Münzen und Banknoten.

Großer deutscher Münzkatalog AKS

Ein fundiertes Standardwerk für den Sammler deutscher Münzen: Insider nennen diesen Katalog nur „AKS“, nach den Anfangsbuchstaben der Autoren.


AKS


Paul Arnold, Harald Küthmann, Dirk Steinhilber, Dieter Faßbender (Bearb.), Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute. Gietl Verlag, Regenstauf 2016/2017. 32. Auflage. 696 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Schwarz-Weiß, 17 x 24 cm, Paperback. ISBN: 978-3-86646-131-4. 34,90 Euro.


Die Münzen der deutschen Staaten und Städte seit 1800 sind in diesem Standard-Nachschlagewerk lückenlos über 137 Suchbegriffe zu finden, die Marktpreise werden für die verschiedenen Erhaltungsgrade aktualisiert und einzeln nach Jahrgängen und Prägestätten differenziert. Über 3.000 Münzen sind mit Vorder- und Rückseite in Originalgröße abgebildet.

Dieser Katalog ist vor allem für den Sammler gemacht, schließlich möchte dieser eine Münze leicht auffinden, Namen, Herkunft und Alter feststellen, den Wert erfahren und sich außerdem einen Überblick darüber verschaffen, welche Münzen es für ein bestimmtes Gebiet und für einen bestimmten Zeitraum gibt. Jede Münze ist über die Beschreibung von Vorder- und Rückseite, die Angabe der Münzstätte, des Münzmeisterzeichens, des verwendeten Metalls sowie der Prägejahre mit Auflagenhöhe genau definiert.

Auch die 32. Auflage wurde wieder gründlich überarbeitet, erweitert und auf den aktuellsten Stand gebracht. Die angegebenen Preise orientieren sich an den jüngsten Entwicklungen des Marktes. 

Die Preise der deutschen Münzen und Banknoten

Dieser Katalog stellt die deutschen Münzen und Banknoten von der alliierten Besatzung des Deutschen Reichs 1945 bis zum Euro komplett in Farbe vor.


 

 

 

 

Münzen


Michael Kurt Sonntag, Hans-Ludwig Grabowski, Die Preise der deutschen Münzen und Banknoten. 1945 bis heute. Gietl Verlag, Regenstauf 2017. 2. Auflage. 160 Seiten mit durchgehend farbigen Abbildungen, 10,5 x 14,8 cm, Paperback. ISBN: 978-3-86646-143-7. 9,95 Euro.


Er enthält die Ausgaben der Alliierten Militärbehörde und in der Französischen Besatzungszone, zu den Währungsreformen in den Westzonen und Westberlin sowie in der Sowjetischen Besatzungszone 1948.
Außerdem umfasst er sämtliche Umlauf- und Gedenkmünzen sowie Papiergeld der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sowie der Europäischen Zentralbank für die Bundesrepublik. In der 2. Auflage wurden alle Bewertungen überprüft und aktualisiert.

Mehr Informationen zu den Büchern finden Sie auf der Seite des Gietl Verlags.

Münzwoche


Meldung vom 14.04.2017                                                                                                                                                           

Weltmünzkataloge auf dem neuesten Stand

Die beiden Weltmünzkataloge von Gerhard Schön und Sebastian Krämer aus dem Gietl Verlag sind in aktualisierter und erweiterter Auflage erschienen. Das „20. Jahrhundert“ liegt nun in der 45. Auflage vor, das „21. Jahrhundert“ bereits in der 3. Auflage.

Weltmünzkatalog 20. Jahrhundert, 1901-2000

Das Referenzwerk enthält alle offiziellen Münzprägungen der ganzen Welt von 1901 bis 2016 (Sondermünzen bis 2000, ohne Euromünzen) aus 370 Ländern.

Welt Münzkatalog


Gerhard Schön. Weltmünzkatalog 20. Jahrhundert, 1901-2000. Auswärtige Umlaufmünzen bis 2016. Gietl Verlag, Regenstauf 2016/2017. 45. Auflage. 2196 Seiten, zahlreiche schwarz-weiß Abbildungen, 17 x 24 cm, Paperback. ISBN: 978-3-86646-130-7. 59,90 Euro.


Als Handbuch und Typenkatalog entworfen, umfasst er alle Münzen der Welt sowie ihre aktuellen Marktpreise. Die Preisbewertungen entstammen jüngsten Auktionsergebnissen und konsolidierten Marktbeobachtungen.
Die 45. revidierte und erweiterte Auflage berücksichtigt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, schließt Lücken und erweitert die Informationstiefe.

Weltmünzkatalog 20. Jahrhundert, 2001-2016

Auf der Basis des Weltmünzkataloges von Gerhard Schön wird nun bereits zum dritten Mal ein separater Band für die Weltmünzen des 21. Jahrhunderts vorgelegt. Für die Bearbeitung der Münzneuheiten konnte mit Sebastian Krämer ein junger Münzkenner und -spezialist gewonnen werden, der in akribischer Sorgfalt die Neuheiten des 21. Jahrhunderts erfasste.

 

 

 

 

Welt Münzkatalog


Gerhard Schön, Sebastian Krämer, Weltmünzkatalog 21. Jahrhundert, 2001-2016. Gietl Verlag, Regenstauf 2017. 3. Auflage. 1664 Seiten mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Abbildungen, 17 x 24 cm, Paperback. ISBN: 978-3-86646-138-3. 59,90 Euro.

Damit enthält der Weltmünzkatalog 21. Jahrhundert eine große Neuauflistung von Weltmünzen. Auch der Bildanteil wurde zu vielen Ländern komplett neu gestaltet und deutlich erweitert.


Meldung vom 06.04.2017                                                                                                                                                      


 Merkwürdigkeiten der Globalisierung: Die deutsche Rondenbeschaffung


von Ursula Kampmann

6. April 2017 – Am 7. August 2015 erhielt der russische Rondenproduzent Gurt den Zuschlag, sämtliche deutschen 1- und 2-Eurocent-Ronden herzustellen. Es ging um eine gute halbe Milliarde 1-Eurocent-Ronden mit einer Optionsmenge von bis zu 950.000.000 sowie um eine knappe halbe Milliarde 2-Eurocent-Ronden mit einer Optionsmenge von bis zu 840.000.000 Stück. Grundlage der Vergabe war das günstigste Angebot – natürlich mit den üblichen Einschränkungen. So braucht es unter anderem eine Erklärung, dass das Lieferunternehmen seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Zahlung von Steuern und Abgaben sowie aller Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen nachgekommen ist. Dann gibt es natürlich die üblichen Embargos und politischen Sanktionen, denen Russland unterworfen ist.

Wenn es um die Preisgestaltung geht, hat Gurt zahlreiche Vorteile. Russische Löhne sind äußerst konkurrenzfähig mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von rund 500 Euro monatlich im Jahr 2015. Die Energiepreise liegen ebenfalls wesentlich niedriger als in anderen Ländern. So konnte Gurt für diesen Auftrag einen Preis bieten, der so niedrig war, dass das gesamte Auftragsvolumen, das normalerweise zwischen den beiden günstigsten Anbietern aufgeteilt wird, allein an Gurt ging.

Dagegen wurde von der Freiberger EuroMetall Einspruch erhoben. Der Einspruch erfolgte, so die Pressestelle des Bundesamts für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, unter anderem auf Grund des Russland-Embargos. Man habe „sämtliche rechtlich relevante Aspekte umfangreich geprüft. Insbesondere wurden auch die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union, insbesondere bezüglich der Krimkrise, detailliert bewertet. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die entsprechenden Verordnungen Lieferungen aus der EU betreffen, nicht aber den Import der gegenständlichen Münzplättchen. Der Anwendungsbereich der gegenständlichen Verordnungen war also nicht eröffnet. Auch weitere personelle oder sachliche Verflechtungen bzw. Gründe, die einer Zuschlagserteilung mit Blick auf EU-Recht, insbesondere bestehende Wirtschaftssanktionen, entgegenstehen könnten, konnten nicht festgestellt werden.“

Damit umgeht die Pressestelle elegant die Tatsache, dass es wohl nicht nur um das Embargo ging. Insiderkreise sprechen davon, dass die Firma Gurt in atemberaubende Korruptions- und Steuerhinterziehungsaffären verwickelt war. Dafür sollen dem BADV russische Zeitungsberichte in Übersetzung vorgelegen haben.

So berichtete die Moskow Post im Februar 2015 darüber, dass Gurt in Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Geldmitteln bei der Herstellung von Ronden für Goznak verwickelt ist. Es soll sich um Beträge in Höhe von einer halben Million Rubel handeln. Wie das gemacht wurde, berichtet der Journalist Nikolaj Polikarpov: „Es stellte sich heraus, dass 2008 FGUP Goznak die Anlagen an die Gurt langfristig vermietet hatte. In den Jahren 2009-2011 gewann die Gurt zehn Mal in Folge die Ausschreibungen zur Herstellung von Münzrohlingen, wofür sie von Goznak vertragsgemäß 4,1 Mia. Rubel erhielt. Die Gesellschaft Gurt hatte Verträge mit der Torgovaja kompanija Avanti, Tehnoservicegroup, Kommerzkapital und einer Reihe sonstiger Firmen abgeschlossen, die sich als Briefkastenfirmen herausstellten. Im Laufe der Vorermittlungsprüfung stellte der Ermittlungsausschuss ferner fest, dass die Geschäftsleitung der Gurt statt die Münzrohlinge selbst zu produzieren, diese bei der ZAO D&K und Mezhregionalnaja metallurgicheskaja kompanija bestellte. Diese Unternehmen haben die Münzrohlinge an die Briefkastenfirmen verkauft und diese übergaben die Rohlinge an die Gurt für den Weiterverkauf an Goznak, jedoch bereits zu einem anderen Preis. Insgesamt wurden 3,5 Mia. Rubel aus den von Goznak gezahlten 4,1 Mia. Rubel überwiesen und anschließend als Schwarzgeld bar abgezweigt. Dabei soll der Gewinn der Gurt aus dem Verkaufskommissionsvertrag angeblich lediglich zwischen 1,5 % bis 5 % von dieser Summe gelegen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Zweck die Steuerumgehung war.“

Eine weitere russische Zeitung, der „Kommersant“ berichtete am 1. Juni 2015 – zwei Monate vor der deutschen Auftragserteilung an Gurt – darüber, dass ein Strafermittlungsverfahren gegen Anatolij Kluban, Generaldirektor von Gurt, eingeleitet worden sei. Er wurde zu dem Zeitpunkt verdächtigt, dem Fiskus 686 Mio. Rubel an Steuern zu schulden und 3,5 Mia. Rubel, der von Gosnak geleisteten Zahlungen als Schwarzgeld bar an den Steuerbehörden vorbei geleitet zu haben. Anklage war allerdings noch nicht erhoben, doch in dem Ermittlungsverfahren fungierte Anatolij Kluban als Verdächtiger. Inzwischen soll, so ein Kenner des russischen Münzmarktes, eine Verurteilung ausgesprochen worden sein.

Verdächtige sind nach deutschem Recht so lange unschuldig, bis ihre Schuld erwiesen ist. Vielleicht waren die Zeitungsartikel aus diesem Grund nicht von entscheidendem Interesse. Die Wirtschaftszeitung juve fasste die Vorgänge folgendermaßen zusammen: „Doch nach Ansicht der 2. Vergabekammer des Bundes brachte die Freiberger Eurometall lediglich Verdachtsmomente vor, die nicht erhärtet werden konnten.“ Die Freiberger Eurometall sah sich jedenfalls gezwungen, ihren Nachprüfungsantrag zurückzuziehen. Der Auftrag ging an Gurt. Die Ronden für die deutschen 1- und 2-Cent-Stücke sollten also in Russland entstehen.

Wie wunderten sich im Sommer 2016 einige Insider der Münzproduktion, dass vor einem bekannten Mendener Galvanik-Unternehmen ein russischer Lastwagen nach dem anderen mit 1- und 2-Cent-Ronden vorfuhr. Die Erklärung fand sich im Internet. Am 4. Juni 2016 war die Galvanik-Anlage von Gurt abgebrannt. Um keine Konventionalstrafen zu riskieren, hatte Gurt kurzerhand eine deutsche Firma beauftragt, die deutschen Ronden, die eigentlich hätten vollständig in Russland produziert werden sollen, zu galvanisieren. Welche Zollprobleme aus dieser interessanten Situation erwachsen sind, mag man sich gar nicht so recht vorstellen.

Wie auch immer, im November 2016 endet eine neue Ausschreibung der BADV für weitere 1- und 2-Cent Ronden. Und das bevor der Vertrag mit Gurt ausgelaufen ist. Was immer das heißen mag...

Münzenwoche

Meldung vom 28.03.2017                                                                                                                                                        


Alles Gold der Welt in einem Würfel auf 20 x 20 Meter



Meldung vom 28.03.2017                                                                                                                                                               

Spektakulärer Diebstahl in Berlin 100-Kilo-Goldmünze aus Bodemuseum gestohlen

Diebe sind in der Nacht zu Montag wohl durch ein Fenster ins Bodemuseum auf der Museumsinsel eingestiegen. Sie erbeuteten eine schwere Goldmünze. Deren Materialwert liegt bei rund 3,7 Millionen Euro.

Aus dem Bodemuseum auf der Museumsinsel wurde am Montagmorgen eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen.


Einen derart filmreifen Diebstahl hat Berlin lange nicht erlebt: In der Nacht zu Montag brachen Unbekannte ins Bodemuseum ein und stahlen eine 100 Kilogramm schwere Münze aus reinem Gold. Deren Nennwert beträgt eine Million Dollar, das Material ist beim aktuellen Goldpreis rund 3,7 Millionen Euro wert.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kamen und entkamen die Täter durch ein Fenster oberhalb eines Brückensockels, der bis zur weitgehenden Zerstörung der Museumsinsel im Krieg das Bode- mit dem Pergamonmuseum auf der anderen Seite der Bahntrasse verband. Jetzt ist die Ruine des Sockels die einzige Stelle, an der das Bodemuseum direkt an die S-Bahn-Trasse heranreicht. Mit einer Leiter sollen die Täter ein Fenster erreicht haben, das sich laut Polizeisprecher Winfrid Wenzel „drei bis vier Meter oberhalb der Bahntrasse“ befindet. Von dort muss es noch ein ganzes Stück durchs Haus gegangen sein, denn das Münzkabinett befindet sich in einer tiefer gelegenen Etage.

Die Tat geschah zwischen 3.20 und 3.45 Uhr

Die Tat geschah nach Auskunft von Wenzel zwischen 3.20 und 3.45 Uhr früh. Die erste reguläre S-Bahn vom Hackeschen Markt zur Friedrichstraße fährt um 4.13 Uhr. Die nächtliche Betriebspause war also noch lang genug, um die Münze mit 53 Zentimetern Durchmesser entlang der Gleise noch etwa 100 Meter ostwärts zu transportieren. Jenseits der Spree, am Monbijoupark, sollen die Täter mit ihrer Beute abgestiegen sein. Die S-Bahn hätten sie jedenfalls nicht genommen, sagt Wenzel. Wie viele Personen beteiligt waren, ist offenbar noch nicht klar. Selbst zu zweit dürfte der Abtransport der Beute kaum zu schaffen gewesen sein.

Gewaltsam geöffnet haben die Täter nicht nur das Fenster, sondern auch die Panzerglasvitrine, in der sich die einzeln präsentierte Münze befand – laut Polizei „mit brachialer Gewalt“, was dafür spricht, dass die Täter außer der Münze auch ein schweres Werkzeug zu schleppen hatten. Ansonsten sei nichts weiter zerstört oder gestohlen worden. Die Vitrine mit der Münze habe den Mittelpunkt eines Ausstellungsraumes gebildet, in dem auch andere, deutlich kleinere Münzen gezeigt wurden.


Polizei wurde um vier Uhr früh alarmiert

Die Polizei wurde laut Wenzel um vier Uhr früh von einem Sicherheitsmitarbeiter des Museums alarmiert. Ob eine Alarmanlage oder das Wachpersonal den Einbruch registriert haben, verraten Polizei und Museum vorerst ebenso wenig wie die Information, ob es möglicherweise Videobilder der Tat gibt. Außen am Museum sind im Bereich der Baustellenzufahrt unterhalb der S-Bahn-Bücke Kameras angebracht, die allerdings das Parterre im Fokus haben und nicht die höher gelegene Bahntrasse.

Die Auswirkungen der Tat bekamen am Montagmorgen vor allem die Fahrgäste der S-Bahn mit, die wegen der polizeilichen Ermittlungen stundenlang nicht zwischen Alexanderplatz und Friedrichstraße fuhr. Die bei dem Einbruch verwendete Leiter lag auf der Bahntrasse. Später, als sich der Zugbetrieb gerade zu normalisieren begann, brachte dann eine Signalstörung den Fahrplan für den Rest des Tages durcheinander.


Goldmünze gilt auf dem Kunstmarkt als unverkäuflich

Bei den Passanten rund um die Museumsinsel sprach sich die spektakuläre Tat nur ganz allmählich herum, zumal die Museen montags geschlossen sind. „Des isch ja der Hammer!“, sagte eine schwäbische Touristin, die zuvor vergeblich am vergitterten Haupteingang des Museums gerüttelt hatte und nun von der Tat erfuhr. Die lässt das haushohe Werbeplakat fast als Herausforderung für besonders dreiste Einbrecher erscheinen: „Muse Macht Moneten / Kunst prägt Geld“, steht auf dem blauen Riesentransparent über dem Kupfergraben. Die Ende November gestartete Sonderausstellung soll bis zum 27. Mai laufen. Am Dienstag sei das Haus wieder „ganz normal“ geöffnet, hieß es bei den Staatlichen Museen.

Nach einer ersten Einschätzung der Polizei ist die Goldmünze auf dem Kunstmarkt unverkäuflich, aber wegen ihres Materialwertes attraktiv für Kriminelle. Schlimmstenfalls könnte sie eingeschmolzen werden. „Wir hoffen natürlich, dass die Münze in der Verfassung wiedergefunden wird, in der sie am Sonntagabend war“, sagte der Polizeisprecher am Montagmittag, während hinter ihm ein mattgrüner Transporter der Kriminaltechniker in die Baustraße zum Museum einbog.

 Berlin Tagesspiegel



Meldung vom 28.03.2017                                                                                                                                                                


Kampf gegen Fälscher: Briten führen neue Ein-Pfund-Münze ein


London (dpa) - Nach mehr als 30 Jahren führt Großbritannien eine neue Ein-Pfund-Münze ein. Von heute an bringt die Bank of England die neue zwölfeckige Münze in Umlauf. Damit will die Regierung Geldfälschern die Arbeit erschweren. Rund jede 30. Ein-Pfund-Münze ist eine Kopie, schätzt die königliche Münzprägeanstalt «Royal Mint». Etwas haben das alte und neue Pfundstück noch gemeinsam: Sie tragen das Konterfei von Königin Elizabeth II. - wie alle britischen Münzen.


  Meldung vom 21.03.2017                                                                                                                                                       

Teilerfolg Ihrer unterstützten Petition
Für den Erhalt des privaten Sammelns

Sie haben auf openPetition die Petition 'Für den Erhalt des privaten Sammeln unterschrieben"


Betreff: Der Petition wurde teilweise entsprochen

Abschlussworte zur Sammel-Petition



Liebe Unterzeichner der Petition,

wir möchten uns noch einmal herzlich für Ihr Engagement bedanken. Auch wenn das neue Kulturgüterschutzgesetz gekommen ist, ist es doch bei weitem nicht so schlimm geworden, wie der erste Entwurf es hat vermuten lassen. So sind alle Mineralien und Fossilien aus dem Gesetz ausgenommen worden, und die Sorgfaltspflichten auf Seiten des privaten Sammlers wurden wesentlich entschärft. Der wichtigste Gewinn allerdings war die Anerkennung der Tatsache, dass es sich bei Münzen nicht grundsätzlich um archäologische Gegenstände handelt, was wesentliche Erleichterungen hinsichtlich Sorgfalt und Handel mit sich bringt.

Das haben auch Sie erreicht, denn ohne ihre Unterschrift hätten viele Politiker geglaubt, dass es sich beim Sammeln um eine Angelegenheit einer winzigen Elite handeln würde. Die Verbände, die für uns Sammler hervorragende Arbeit geleistet haben, konnten mir Ihnen im Rücken ganz anders auftreten.

Natürlich sind wir nicht glücklich mit dem Gesetz. Und vor allem sind wir immer noch wütend darüber, wie die Terrorfinanzierung durch den Kunsthandel von der Politik als moralisches Feigenblättchen vorgeschoben wurde, um diese Gesetzgebung zu motivieren. Damit wurde wissentlich ein unbescholtener Zweig der Bevölkerung diskreditiert! Dass Monika Grütters trotzdem am 2. Dezember 2016 zur Berliner CDU-Landesvorsitzenden gewählt wurde, zeigt überdeutlich, in welch hohem Grad die deutsche Politik ihre Verbindung zu den Bürgern verloren hat.

In der Zwischenzeit ist es nämlich erwiesen, dass es sich um marginale Summen handelte, die der IS mit Antikenhandel verdient haben könnte. Was niemanden überrascht, der sich mit dem Thema ernsthaft auseinander gesetzt hat. Das ist jetzt auch bei einigen Journalisten angekommen. Die so genannte Terrorfinanzierung war nichts als Propaganda. Das postfaktische Zeitalter hat also nicht erst mit Trump begonnen und ist, weiß Gott, nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt.
https://www.weltkunst.de/kunsthandel/2017/02/kulturgutschutzgesetz-ohne-grundlage

Wir warten nun, wie das neue Gesetz in der Praxis umgesetzt wird. Und viele sind bereit, die entscheidenden Fragen vor Gericht zu klären.

Sollten wir eines Tages wieder Ihre Unterstützung als Sammler benötigen, um eine Petition gegen unverhältnismäßige Einschränkungen von Seiten des Gesetzgebers zu lancieren, werden Sie von uns hören.

Ihre Ursula Kampmann


Meldung vom 15.03.2017                                                                                                                                                          


Silbermünzen in Gefahr


Dresden. Wegen gefährlicher Veränderung an silbernen Münzen und Medaillen wird das Dresdner Münzkabinett vorübergehend geschlossen. Auf der Oberfläche von etwa 100 nicht konservierten Exponaten habe sich statt natürlich gewachsener Patina ein weißmilchiger Belag gebildet, hieß es in einer Mitteilung der Staatlichen Kunstsammlungen. Vorsorglich wurden daher etwa 1400 Ausstellungsstücke aus den Vitrinen entnommen und restauriert. Das Münzkabinett, mit rund 300 000 Stücken eine der größten und ältesten Universalmünzsammlungen Deutschlands, war 2015 neu eingerichtet worden. Rund 3300 Exponate erzählen die Geschichte des Geldes.

Schwabo


Meldung vom 03.03.2017                                                                                                                                                              

Broschüre dokumentiert europäische Gedenkmünzen

2. März 2017 – Mit der Ausgabe der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze „Porta Nigra“ am 03. Februar 2017 gibt es in Europa bereits 200 verschiedene Motive an 2-Euro-Gedenkmünzen. Um hier die Übersicht zu behalten, hat die Münze Berlin eine neue Broschüre aufgelegt: „Die 2-Euro-Gedenkmünzen. Die zweiten Hundert“. Die Veröffentlichung der Münze Berlin bietet für die 101. bis 200. in Europa ausgegebene 2-Euro-Münze eine ausführliche Beschreibung. Darüber hinaus ist jede dieser Münzen einzigartig detailreich fotografiert worden. Damit bildet die Veröffentlichung der Münzstätte der Hauptstadt eine unverzichtbare Ergänzung zu den bekannten Münzkatalogen.


2 EURO


Die 2-EURO Gedenkmünzen. Die zweiten Hundert. Ausgabe 2017. Broschüre, DIN A 5. 108 Seiten, 100 farbige Abbildungen. Preis: 9,90 Euro.


Die Broschüre wurde am 4. Februar 2017 um 14.00 Uhr auf der World Money Fair in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Herr Frantisek Chochola, Gestalter der Münze „Porta Nigra“, war am Messestand anwesend und signierte die 2-Euro-Broschüren. 

Die 108-seitige Broschüre ist für 9,90 € erhältlich im Onlineshop der Staatlichen Münze Berlin oder im Ladengeschäft der Münze Berlin.

Münzenwoche


Meldung vom 10.02.2017                                                                                                                                                               

Rückholaktion Bundesbank zieht 300 Tonnen Gold aus New York ab

Die Bundesbank will Teile ihrer Goldbestände aus dem Ausland nach Deutschland verlagern - und hat den Plan fast umgesetzt. Aus New York wurden insgesamt 300 Tonnen abgezogen. In diesem Jahr soll der Bestand in Paris aufgelöst werden.

Die Bundesbank kommt mit ihrem Plan voran, Goldreserven aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Im Jahr 2016 seien mehr als 216 Tonnen Gold nach Frankfurt am Main verlagert worden, teilte die Bundesbank mit. Darunter seien 111 Tonnen aus New York und 105 Tonnen aus Paris gewesen. "Die Goldverlagerungen aus New York wurden im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen", sagte Vorstand Carl-Ludwig Thiele.


Die Bundesbank hatte im Jahr 2013 angekündigt, dass spätestens ab 2020 die Hälfte aller deutschen Goldreserven in Frankfurt lagern soll. Dazu sollten schrittweise insgesamt 300 Tonnen aus New York und 374 Tonnen aus Paris verlagert werden. "Auch die Goldverlagerung aus Paris werden wir noch in diesem Jahr abschließen", sagte Thiele. Dann werden in Paris keine deutschen Goldreserven mehr lagern.


Bevor die Notenbank 2013 mit der Verlagerung des Edelmetalls aus dem Ausland begann, lagen nur 31 Prozent der deutschen Goldreserven, rund 1036 Tonnen, in Frankfurt. Mittlerweile sind es 1619 Tonnen - oder rund 48 Prozent. Die Tresore der Federal Reserve Bank in New York werden mit 1236 Tonnen auch in Zukunft ein wichtiger Lagerort bleiben. Auch bei der Bank of England in London wird weiter ein guter Teil der Reserven lagern.


Deutschland besitzt mit 3378 Tonnen den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Das entspricht mehr als 270.000 Barren, die insgesamt gut 120 Milliarden Euro wert sind.

  
  
Dass der Großteil des deutschen Goldes bisher im Ausland lagert, hat historische Gründe: Ab Mitte der Fünfzigerjahre begann die Bank deutscher Länder - die Vorgängerin der Bundesbank - Goldreserven aufzubauen. Die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten.


Während des Kalten Krieges wurde deutsches Gold zudem auch gezielt außerhalb der Landesgrenzen aufbewahrt, weil man hoffte, das Gold im Krisenfall direkt in entsprechende Devisen umtauschen zu können. Seit der Euro-Einführung ist dieses Argument jedoch zumindest für den Standort Paris hinfällig. Für London und New York gilt es immer noch.

stk

 




Meldung vom 03.02.2016                                                                                                                                                                


Alles beim alten?    


Seit Jahrhunderten wird für die Münzprägung immer wieder neu definiert, was Aufgabe des Staates, was Aufgabe des privaten Unternehmers ist. Unsere Vorstellung, dass der Staat die Pflicht habe, seine Bürger mit sicheren Zahlungsmitteln zu versorgen, ist dabei relativ neu. Sie entstand erst im Rahmen des Sieges der Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts.
Nun scheint diese Entwicklung teilweise wieder rückgängig gemacht zu werden. Hier ein paar Fakten: 1998 wurde die polnische Münzstätte in eine private Aktiengesellschaft umgewandelt. 2001 verkaufte Schweden, 2003 Norwegen seine Münzstätte an die Mint of Finland. Die Schwedische Münzstätte wurde 2011, die Dänische Münzstätte 2016 geschlossen. Last but not least hat der Verkauf der Royal Dutch Mint 2016 für erhebliches Aufsehen gesorgt.


Die Privatisierung der Mennica Polska

2016 feierte die polnische Münzstätte das Jubiläum ihrer Gründung vor 250 Jahren. Seit König Stanislaus Poniatowski im Jahr 1766 die Errichtung einer Münzstätte in Warschau beschloss, war die polnische Münzstätte allerdings nicht dauerhaft in Betrieb. Immer wieder wurde ihr Betrieb von ausländischen Mächten, die Polen kontrollierten, unterbrochen. 1868 zum Beispiel schloss der russische Zar die polnische Münzstätte und ließ ihre Ausrüstung in die Münzstätte von St. Petersburg schaffen. Und die Deutschen sprengten bei ihrem Rückzug 1944 die Münzstätte und beendeten so die Prägung, die erst unter kommunistischer Kontrolle wieder aufgenommen wurde.

Die polnische Münzstätte Mennica Polska ist in einem modernen Bau untergebracht. Foto: Alina Zienowicz / CC BY-SA 3.0

Für wenige Staaten dürfte die nationale Münzstätte so eng mit der nationalen Unabhängigkeit verbunden sein wie in Polen. Deshalb wurde selbstverständlich nach der Gründung der dritten polnischen Republik im Jahr 1989 mit dem Bau einer neuen Münzstätte auf dem neuesten Stand der Technik begonnen. Doch schon ehe das neue Gebäude offiziell am 26. September 1994 eröffnet wurde, wandelte die polnische Regierung zum 1. April 1994 die Münzstätte in eine Aktiengesellschaft um, deren Aktien zunächst vollständig im Besitz des Schatzamts waren.

Damit konnte die polnische Münzstätte als selbstverantwortliches Profitcenter agieren. Sie erzielte so gleich in den ersten Jahren ihres Bestehens eine Reihe von Erfolgen. Sie gab 1995 die erste polnische Bullionmünze heraus, produzierte 1996 Ronden für Litauen und eine neue Münzserie für die Ukraine. Der Auftrag, die polnischen Münzen zu produzieren, ist nicht für die polnische Münzstätte reserviert. Er wird international ausgeschrieben.

Am 6. Februar 1998 wurde die Erlaubnis erteilt, die Aktien der polnischen Münzstätte an der Börse zu handeln. Am 7. April 1998 wurde die Aktie erstmals notiert. Seit diesem Tag sind die Aktien der polnischen Münzstätte frei handelbar und begehrt.

Denn in ihrem Heimatland gilt die Mennica Polska als Musterbeispiel für die geglückte Privatisierung eines ehemaligen Staatsbetriebes. Sie wurde von der Polish Business Club Association 2006 zur Company of the Year und 2010 zur Company of the Past 20 Years gewählt. Forbes zählte die polnische Münzstätte 2013 zu den dynamischsten öffentlichen Gesellschaften weltweit.

Heute ist der größte Teil der Aktien im Besitz des polnischen Unternehmers Zbigniew Jakubas. Der Staat selbst hält keinen Anteil mehr an dem ehemaligen Staatsunternehmen.

Das Ende der dänischen Münzstätte


 „Obwohl der Anteil von Bargeld im Umlauf in Dänemark weiterhin hoch bleibt, werden seit einigen Jahren immer weniger neue Geldscheine und Münzen benötigt und die Dänische Nationalbank erwartet keine Umkehr dieser Entwicklung. ... Alles in allem bedeutet dies, dass die Herstellung von Geldscheinen und Münzen durch die dänische Nationalbank nicht mehr wirtschaftlich ist und auch in Zukunft nicht mehr werden wird. Deswegen hat die Dänische Nationalbank beschlossen, den Prozess einzuleiten, das Drucken von Geldscheinen und das Prägen von Münzen im Jahr 2016 aufzugeben. Wie eine Reihe anderer Zentralbanken wird auch die Dänische Nationalbank diese Bereiche an externe Anbieter ausgliedern. Wir erwarten uns von dieser Entscheidung bis 2020 Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Kronen.“

Mit diesen dürren Worten verkündete die Dänische Nationalbank am 20. Oktober 2014 ihre Entscheidung, eine mehr als 1000 Jahre alte Tradition aufzugeben, indem sie die Münzprägung in ihrer eigenen Münzstätte einstellte. Die Münzstätte steht erst seit 1975 unter der Kontrolle der Dänischen Nationalbank, vorher war sie der Dänischen Regierung direkt unterstellt.

Noch 2011 war die Option geprüft worden, die Aktivitäten der dänischen Münzstätte vom bisherigen Standort in Brondby in die Gebäude der Nationalbank nach Havnegade, Kopenhagen zu verlagern, wo bereits die staatliche Banknotenproduktion angesiedelt war. Man erhoffte sich, durch diese Zusammenlegung Synergieeffekte nutzen und so Kosten sparen zu können. Der Umzug war für das erste Quartal des Jahres 2012 vorgesehen.

Tatsächlich wurde 2012 der Umzug durchgeführt und die „Banknote Printing Works“ mit dem 1. Januar 2012 in „Banknote Printing Works and The Royal Danish Mint“ umbenannt. Ein gutes Jahr später entschied der Vorstand der Dänischen Nationalbank, die eigene Herstellung von Banknoten und Münzstätten völlig aufzugeben. Vor allem die beiden Fakten, dass Dänemark immer weniger neue Münzen und Banknoten braucht und durch die Aufgabe von Münz- und Banknotenproduktion Geld gespart werden könnte, gab den Ausschlag.

Am 19. Mai 2016 gab die Nationalbank bekannt, dass die dänischen Kronen auf Basis eines Zweijahres-Kontrakts in der Mint of Finland hergestellt werden. Der Grund für die Entscheidung war die Tatsache, dass das Angebot der finnischen Münzstätte aufs Ganze gesehen das günstigste war. Dabei zog, so betont die Pressemeldung, die Nationalbank nicht nur den Preis in Erwägung, sondern auch andere Kriterien wie Qualität und Sicherheit.

2012 publizierte CoinsWeekly einen Artikel von Hans Denkov über die Zusammenlegung von Münzstätte und Banknotenproduktion.

Die Royal Danish Mint ist heute nur noch eine Website zum Verkauf dänischer Münzen. Allerdings ist dort immer noch zu lesen, dass alle dänischen Münzen von der Royal Danish Mint hergestellt werden.


Aufstieg und Niedergang einer privaten Münzstätte: Die Birmingham Mint

Gegründet im Jahr 1850, wurde die auf Bronzemünzen, das damalige Kleingeld, spezialisierte Birmingham Mint innerhalb von nur 10 Jahren zur größten privaten Münzstätte der Welt. Die Birmingham Mint produzierte das Kleingeld vieler wirtschaftlicher Großmächte des 19. Jahrhunderts, so zum Beispiel für Frankreich, Großbritannien und Italien.

Ein Blick auf die heute geschlossene Birmingham Mint, ein typisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Oosoom / CC BY-SA 3.0

Sie spielte diese entscheidende Rolle in der weltweiten Münzfertigung, weil der Royal Mint die Annahme von Aufträgen fremder Regierungen untersagt war. So musste, wer auf britisches Knowhow Wert legte, zur privaten Birmingham Mint gehen. Doch 1923 erhielt die Royal Mint die offizielle Erlaubnis, diese Aufträge selbst zu übernehmen, was zum Niedergang der Birmingham Mint führte. In den Jahren zwischen 1940 und 1964 machte die Münzfertigung gerade noch 10 bis 20 % des Geschäftes aus.

Irgendwann zu Beginn der 60er Jahre schloss die Royal Mint mit der Birmingham Mint einen Vertrag. Er sprach der Birmingham Mint einen genau festgelegten Prozentsatz an allen Übersee-Aufträgen der Royal Mint zu. Welche Gegenleistung die Royal Mint für dieses großzügige Entgegenkommen erhielt, ist unbekannt. 

2001 war ein schlechtes Jahr für die Royal Mint. Mit über 5 Mio. Pfund Handelsverlust fuhr sie das bis dahin schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Dafür verantwortlich waren nicht nur der Rückgang an Aufträgen, sondern auch die hohen Kosten, die notwendig wurden, um den defizitär arbeitenden Staatsbetrieb zu restrukturieren. 

Dazu erhitzte ein hausgemachter Skandal die Gemüter. Aus den Safes der Royal Mint waren Münzen im Wert von 25.000 Pfund (damals 40.000 Euro) verschwunden. Dieser Diebstahl wurde erst nach acht Monaten entdeckt, was nun öffentlich angeprangert wurde.

In dieser bedrängten Lage kündigte die Royal Mint den Vertrag mit der Birmingham Mint. Wir sind über die Existenz dieser Vereinbarung überhaupt nur deshalb informiert, weil die Birmingham Mint im Oktober 2002 eine Schadensersatzklage in Höhe von 5,4 Mio. Pfund gegen die Royal Mint anstrengte.

Roland Vernon, der Besitzer der Birmingham Mint forderte in diesem Zusammenhang, dass die Aufträge für Münzen und Ronden in Großbritannien neu ausgeschrieben werden sollten: „Die Royal Mint hält das Monopol für britische Münzen und ich denke, dass diese Zahlen wirklich belegen, dass es neu ausgeschrieben werden sollte, so dass sich auch andere Leute darum bewerben können. Ich denke, wir könnten den Steuerzahlern mehr Gegenwert für ihr Geld bieten.“

Der Prozess zog sich hin und für die Birmingham Mint wurde die Situation immer bedrohlicher, und das obwohl sie noch 2002 einen Großauftrag zur Produktion von Euroronden erhalten hatte. Wegen akutem Bargeldmangel wurde die Birmingham Mint im März 2003 unter die Verwaltung der KPMG gestellt. Der Versuch eines lokalen Politikers, die Royal Mint zu einem Kompromiss zu bewegen, indem er mit einer Anklage mit Berufung auf den 1997 Competition Act drohte, scheiterte. Im Mai 2003 wurde die Birmingham Mint geschlossen.

Münzenwoche


Meldung vom 26.01.2017                                                                                                                                                              

Coin of the Year Award 2017 geht an Italien

 Italiens Prägung auf „70 Jahre Frieden in Europa“ hat die letzte Runde des Coin of the Year Award für sich entschieden. Im Dezember hatte eine Jury aus allen Bewerbungen zehn Kategoriensieger gekürt. Die italienische 10-Euro-Silbermünze wurde zur „Künstlerisch schönsten Münze“ gewählt. Aus diesen Siegern wählte die Jury in einer zweiten Auswahl die „Münze des Jahres“ (Coin of the Year).


Coin of the Year 2017


Italiens silberne 10-Euro-Münze "70 Jahre Frieden in Europa" wurde nicht nur zur "Künstlerisch schönsten Münze" gewählt, sondern auch zur "Münze des Jahres".


Am 4. Februar wird der Preis im Rahmen der World Money Fair in Berlin offiziell an Italien überreicht. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb von der US-amerikanischen Fachzeitschrift World Coin News.

Gestaltet und geprägt werden die italienischen Münzen vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato.

Münzenwoche


Meldung vom 25.01.2017                                                                                                                                                               


Diskussionspapier vorgelegt - Brüssel macht Ernst: EU will das Bezahlen mit Bargeld einschränken.
 
Werden wir bald noch mit Bargeld bezahlen? Die Angst vor einer Abschaffung des Bargelds ist groß.        
        
    
  

 

 

 

 

EURO

Die EU-Kommission will Terroristen und Kriminellen den Geldhahn zudrehen. Sie arbeitet deswegen an neuen Vorgaben für Bargeldgeschäfte. In einem Plan für das kommende Jahr erörtert die Kommission die Möglichkeiten.

  

Die Experten haben sich auf Wunsch des Wirtschafts- und Finanzkommitees Gedanken über eine Bargeldbegrenzung gemacht und auf ihrer Webseite veröffentlicht (englisch). Grund für die Überlegungen: Die EU-Kommission sieht Bargeldgeschäfte als Hauptfinanzquelle von kriminellen Organisationen und Terroristen. Die Begrenzung von Barzahlungen würde ihrer Meinung nach dazu beitragen, solche Geschäfte in der EU einzudämmen. Dabei sehen die Experten zwei Möglichkeiten:


  • Obergrenze für Bargeldgeschäfte

Summen über einer gewissen Grenze müssen mit einem verfolgbaren Weg, etwa per Überweisung, vorgenommen werden.


  • Meldung von hohen Bargeldgeschäften

Bargeldgeschäfte ab einer gewissen Summe müssen an eine Behörde gemeldet werden. So entsteht eine Datenbank, in der Zahlungen nachverfolgt werden können. Die Kommission warnt jedoch vor dem hohen bürokratischen Aufwand, der mit einer solchen Meldepflicht verbunden ist. Zudem zeige die Tatsache, dass noch kein Mitgliedstaat eine solche Meldepflicht eingeführt habe, dass eine solche Vorschrift nicht als wirksam angesehen werde – das sei auch der juristische Konsens.

Eine sogenannte "Roadmap", wie die vorliegende Veröffentlichung offiziell genannt wird, ist der Versuch der Kommission, die Öffentlichkeit über ihre laufenden Projekte zu informieren. Die Kommission bemüht sich schon länger um neue Waffen im Kampf gegen den Terror. Die Bargeldgrenze steht deswegen ganz oben auf der Wunschliste. Allerdings: So lange lediglich von einer "Roadmap" die Rede ist, wird es noch dauern, bis entsprechende Regeln europaweit eingeführt werden können. Der Konsultationsprozess soll erst im Jahr 2018 fortgesetzt werden.

                                                                                                                        

Beispiele für Obergrenzen


Die Obergrenze ist in einigen EU-Mitgliedsstaaten schon Realität: Die Limits liegen in Italien bei knapp 3000 Euro, in Frankreich bei 1000 Euro, in Griechenland bei 1500 Euro und in Spanien bei 2500 Euro. Wer sich nicht daran hält, muss in Italien mit Strafen bis 3000 Euro, in Frankreich sogar mit Strafen bis 15.000 Euro zahlen. Auch in Deutschland wird eine Bargeldgrenze von 5000 pro Zahlung diskutiert.

Rechtliche Probleme erwartet die EU-Kommission bei einer Abschaffung oder Begrenzung von Bargeld nicht. Es sei mit dem EU-Recht vereinbar, solange es andere gesetzeskonforme Möglichkeiten gebe, um seine Schulden zu begleichen – dazu zählten Kartenzahlung und Überweisungen. 

                    

Kommission warnt vor zu radikalen Maßnahmen

Die Kommission warnt jedoch vor einer kompletten Abschaffung des Bargelds: „Bargeld hat die wichtige Eigenschaft anonym zu sein. Es ist schwierig nachzuweisen, wie viel Bargeld für legale und illegale Geschäfte eingesetzt wird.“ Hier seien weitere Erhebungen nötig. Kriminelle könnten für Zahlungen zudem ins Ausland ausweichen. Virtuelle, anonyme Zahlungsmittel wie Bitcoinsund Blockchain wären zusätzliche Alternativen für dunkle Geschäfte.

Außerdem seien die Bargeldgrenzen in vielen Ländern eingeführt worden, um Geldwäsche zu verhindern – nicht um den Terrorismus den Geldhahn zuzudrehen. Daher gebe es keine Erkenntnisse, wie effektiv die Grenze bei der Bekämpfung von Kriminalität sei. Auch sei nachgewiesen, dass es den Bürgern mit Barzahlungen leichter falle, ihre Finanzen im Blick zu behalten.

Bürger sollen ihre Meinung äußern

Die EU plant eine öffentliche Konsultation. Dabei können Bürger und Unternehmen ihre Meinung zu den Vorschlägen der Kommission abgeben. Die Konsultation soll ebenfalls online veröffentlicht werden. Das Datum steht noch nicht fest.


focus.online